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 | Spezielle Pathologie |
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• Follikuläre lymphatische
• Hyperplasie
• Interfollikuläre
• Immunoblastenhyperplasie
• bei infektiöser
• Mononukleose
• Piringer-Lymphadenitis
• Dermatopathische
• Lymphadenopathie bei Psoriasis
• Niedrig-malignes NHL: CLL
• Plasmozytom
• Niedrig malignes follikuläres
• Non-Hodgkin Lymphom
• Hochmalignes diffuses NHL
• der B-Zell-Reihe,
• immunoblastisch
• Hochmalignes NHL,
• anaplastisch-großzellig
• M. Hodgkin, nodulär-
• sklerosierender Typ
• M. Hodgkin, Mischtyp
• Akute myelo-monozytäre
• Leukämie (AMML) (KM)
• Polycythaemia vera (KM)
• Sphärozytose (Milz)
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Vorlesung: Lymphknoten-1
Vorlesung: Lymphknoten-2
Vorlesung: Lymphknoten-3
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Lymphohämatopoetisches System - Einleitung |
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Lymphatisches Gewebe
Viele Schritte der spezifischen Immunreaktionen
beginnen außerhalb des spezialisierten lymphatischen Gewebes
in der Peripherie, so die Aufnahme und Prozessierung eines Antigens
durch Makrophagen, die Bindung des ggf. schon verarbeiteten Antigens
an Antigen-Rezeptoren auf Lymphozyten der T- und der B-Zell-Reihe
und die Induktion der Antikörper-Produktion seitens der B-Lymphoyzten.
Die folgenden, bei den höheren Wirbeltieren anzutreffenden
Schritte sind aber an das spezialisierte lymphatische Gewebe gebunden,
darunter die Reifung der Immunantwort und die Amplifikation der
beteiligten Zellen. Aus der Peripherie fließt die Lymphe
mit dem Antigen, den beteiligten Zellen und bereits produzierten
Immunglobulinen in den tributären Lymphknoten oder, wie z.B.
in den Schleimhäuten des Gastrointestinaltrakts oder der
Atemwege, in das Mukosa-assoziierte lymphatische Gewebes (MALT).
Durch Proliferation der beteiligten Zellen entsteht eine Hyperplasie
des Lymphknotens oder des MALT als Ausdruck einer Funktionssteigerung.
Die Ausbildung des MALT kommt durch die als "homing"
bezeichnete spezifische Interaktion von Lymphozyten über
Rezeptoren mit anderen Oberflächenmolekülen des jeweiligen
Epithels oder auch des Endothels zustande.
Reaktive Veränderungen
Vergrößerungen der Lymphknoten und des Mukosa-assoziierten
lymphatischen Gewebes sind meistens reaktiv.
Da diese Vergrößerungen gewöhnlich
schnell ablaufen, kommt es zu einer Dehnung der bindegewebigen
Kapsel des Lymphknotens und damit oft zu Schmerzen. Je nachdem,
ob das in den Lymphknoten eingeschwemmte Material eher die B-Lymphozyten,
eher die T-Lymphozyten oder die Makrophagen (Histiozyten) stimuliert,
direkt den Lymphknoten schädigt (Erreger!) oder dort abgelagert
wird, entstehen unterschiedliche histologische Bilder im funktionsgesteigerten
lymphatischen Gewebe.
Die Reaktionsmuster des Lymphknotens geben Hinweise
auf die Art des Antigens. Man kann sinusoidale, follikuläre, parakortikale
/ interfollikuläre, nekrotisierende, granulomatöse und gemischte
Reaktionsmuster unterscheiden.
Ein Sinusmuster in Form des Sinuskatarrh
findet man bei bakteriellen Infektionen, die dann oft auch mit
einer Lymphangiitis einhergehen. Die Sinus sind verbreitert und
enthalten Lymphflüssigkeit, Histiozyten (Makrophagen), Lymphozyten
und ggf. Erreger. Bei entsprechender Virulenz der Erreger kann
eine akute, ggf. sogar abszedierende Lymphadenitis folgen
(Beulenpest!). Stehen Antigen-speichernde Makrophagen (Histiozyten)
im Vordergrund, so entsteht der sehr häufige Befund der Sinushistiozytose.
Dieses Bild findet man sehr häufig im Abflußgebiet
von Tumoren. Findet eine Stimulation von B-Lymphozyten schon in
den Sinus statt, so kann das Bild der Sinus-B-Zell-Reaktion (früherer
Begriff: unreife Sinushistiozytose) entstehen. Diese Reaktion
findet man u.a. bei Toxoplasmose und auch bei AIDS. Die Sinushistiozytose
mit massiver Lymphadenopathie (Rosai-Dorfman-Erkrankung) betrifft
nicht nur Lymphknoten, die hierbei eine Verbreiterung und Ausfüllung
der Sinus durch Histiozyten aufweisen, sondern ist oft eine generalisierte
Erkrankung mit starker reaktiver Vermehrung von Makrophagen in
Organenen und Geweben. Diese Makrophagen zeigen vielfach eine
Hämophagozytose.
  
  
Erzeugt das Antigen eine vorwiegend humorale Immunantwort,
so wird das B-Zell-Kompartiment, die Follikel, hyperplastisch.
Es entsteht eine follikuläre Hyperplasie. In den Keimzentren
findet die somatische Mutation innerhalb der Immunglobuline statt:
Die follikulären dendritischen Zellen (FDC), also
die Antigen-präsentierenden Zellen des Keimzentrums, werden
über die Fc-Rezeptoren mit dem in der Peripherie schon produzierten
Immunglobulin beladen. Über die Antigen-Bindungsstelle tragen
die Immunglobuline das betreffende Antigen. Alternativ kann Antigen
auch über Komplement-Proteine und Komplement-Rezeptoren auf
den FDC präsentiert werden. Zusammen mit T-Helfer -Zellen
wird in denjenigen B-Lymphozyten, die im Keimzentrum "ihr"
Antigen wiedererkennen, eine Reaktion in Gang gesetzt, die Mutationen
innerhalb der Immunglobulin-Gene an genau den Abschnitten, die
die Antigen-Bindung vermitteln (variable Region), bewirkt. Die
Zellen sind in diesem Moment von einer Antigen-Bindung des Zellmembran-ständigen
Immunglobulins abhängig. Bei einer derartigen zufälligen
Mutationen entsteht aber viel Unsinn, d.h. Immunglobulin, das
das präsentierte Antigen nicht mehr bindet. Diese Zellen
sind nutzlos, sie fallen der Apoptose (programmierter Zelltod)
anheim und werden phagozytiert. Sekundärfollikel mit aktiven
Keimzentren enthalten daher viele Kerntrümmer-Makrophagen.
Diese Phagozyten haben eine weites, helles Zytoplasma mit Kerntrümmern
und sind schon bei geringer Vergrößerung zu erkennen.
Sie vermitteln das Bild eines Sternhimmels und werden daher als
Sternhimmel-Makrophagen bezeichnet. Kommt es bei den Mutationen
zu einem "besseren" Immunglobulin mit höherer Affinität,
so werden diese Zellen im Keimzentrum selektiv vermehrt. Daher
zeigen die reaktiven Keimzentrumszellen eine hohe Wachstumsfraktion,
d.h. viele der Zellen befinden sich außerhalb der G0-Phase
des Zellzyklus. Durch entsprechende immunhistologische Reaktionen
mit einem Proliferationsmarker (z.B. Ki-67-Antigen) lassen sich
diese Zellkerne markieren. In den Keimzentren erfolgt außerdem
der "switch" von IgM oder IgD auf eine der Immunglobulin-Klassen
IgG, IgA oder IgE. Das Keimzentrum hat also wesentliche Bedeutung
für den raschen Aufbau einer spezifischen humoralen Immunreaktion
sowohl im Lymphknoten als auch im MALT.
  
Humorale Immunreaktionen bewirken eine follikuläre
Hyperplasie des lymphatischen Gewebes.
Eine follikuläre Hyperplasie ist der häufigste
Befund in hyperplastischen Gaumen- und Rachentonsillen oder in
Appendektomiepräparaten. Die chronische Gastritis Typ B geht
oft mit der Ausbildung hyperplastischer Lymphfollikel einher.
Eine follikuläre Hyperplasie ist auch bei vielen Autoimmunerkrankungen
zu beobachten, so z.B. bei der rheumatoiden Arthritis.
Nach Ablauf der Immunreaktion findet man in den Keimzentren oft
Ablagerungen eines hyalinen Material, das sich u.a. aus Immunglobulinpräzipitaten
zusammensetzt.
Eine starke follikuläre Hyperplasie (FH) findet
man auch im Frühstadium der HIV-Lymphadenopathie.
Erst später werden die Lymphknoten atroph und zeigen sequentiell
eine follikuläre Fragmentation (FF) mit fortschreitender
Zerstörung des FDC-Maschenwerks, eine follikuläre Involution
(FI) und schließlich die follikuläre Atrophie (FA).
In einem normalen Keimzentrum ist die Mantelzone
des Follikels scharf begrenzt und exzentrisch. Bei progressiv
transformierten Keimzentren liegt eine Besiedelung der Keimzentren
mit Zellen der Mantelzone vor, daher wird die Grenze zwischen
Keimzentrum und Mantelzone unscharf. Die Ursache dieser Veränderung
ist unbekannt. Eine Sonderform der follikulären Hyperplasie
ist der M. Castleman (angiofollikuläre Hyperplasie,
Castleman-Lymphom). Die Keimzentren erscheinen hier zwiebelschalartig
geschichtet und sind von Gefäßen durchzogen. Man unterscheidet
einen hyalin-vaskulären und einen plasmazellreichen Typ des
M. Castleman. Die Veränderung ist gutartig, die betroffenen
Lymphknoten können jedoch erheblich an Größe zunehmen
und Leitungsbahnen komprimieren.
Sofern
ein Antigen eine vorwiegende T-Zell-Reaktion hervorruft, bewirkt
dies im Lymphknoten eine Verbreiterung des Parakortex und ggf.
auch der interfollikulären Zonen. Vermehrt sind nicht nur
kleine T-Lymphozyten und T-Immunoblasten, sondern insbesondere
auch Antigen-präsentierende Zellen, also interdigitierende
Retikulumzellen (IRC), Makrophagen und Langerhans-Zellen, sowie
die sog. hochendothelialen Venolen.
T-Zell-Antigene bewirken eine parakortikale /
interfollikuläre Hyperplasie.
Derartige Lymphknotenveränderungen kann man
bei einigen allergischen Arzneimittelreaktionen antreffen. Eine
Sonderform der interfollikulären Hyperplasie ist die dermatopathische
Lymphadenopathie, die eine Mitreaktion des tributären
Lymphknotens bei Hauterkrankungen verschiedenster Ursache (Ekzeme,
Melanom, Hautlymphome u.a.) darstellt. Neben kutanen Antigenen
wird auch Melanin in den Lymphknoten transportiert und in Makrophagen
(Melanophagen) gespeichert. Auffällig ist darüberhinaus
die Hyperplasie ortsständiger Antigen-präsentierender
Zellen. Bei der sog. bunten Pulpahyperplasie ist der Paracortex
insbesondere auch durch Plasmazellen verbreitert. Diese Reaktion
findet man bei chronischen Infektionen, bei verschiedenen Viruserkrankungen
wie Herpes zoster; Herpes simplex, Masern und Röteln, und
bei Autoimmunerkrankungen. Die Infektiöse Mononukleose
ist die klinisch apparente Erstinfektion mit dem Epstein-Barr-Virus.
Dieses Virus befällt vornehmlich B-Lymphozyten und vermag
diese Zellen zu immortalisieren. Sofern, wie immer bei Erstinfektionen,
(noch) keine antivirale zytotoxische T-Zell-Reaktion aufgebaut
wurde, vermehren sich die infizierten B-Lymphozyten unter Kontrolle
des Virus massiv innerhalb der interfollikulären Zone. Es
entstehen dabei neben B-Immunoblasten auch atypische Blasten,
die u.U. mehrkernig sind und den Reed-Sternberg-Zellen des M.
Hodgkin ähneln (Differentialdiagnose!). Im Gegensatz zum
M. Hodgkin ist die Infektiöse Mononukleose keine Neoplasie
! Nach einigen Tagen treten EBV-spezifische T-Zellen, darunter
auch T-Immunoblasten auf, und die Infektion heilt unter Zurücklassung
einer latenten EBV-Infektion aus.
Eine granulomatöse Lymphadenitis kann
durch verschiedene Erreger hervorgerufen werden. Hinsichtlich
der Granulomtypen wird auf das Thema
6 der Allgemeinen Pathologie" verwiesen. Kleinherdige Epitheloidzellknötchen
findet man oft im Abflußgebiet von Tumoren, aber auch als Komponente
komplexer gemischter Reaktionsmuster, z.B. bei Toxoplasmose.
Eine besondere Reaktionsform ist die nekrotisierende
Lymphadenitis (Kikuchi-Lymphadenitis), die insbesondere bei
jungen Frauen an den Halslymphknoten auftritt. Die Ursache ist
unbekannt. Man findet in den Lymphknoten unregelmäßig
verteilte und von Histiozyten umgebene Nekroseherde. Die Nekrosen
werden nicht durch Granulozyten vermittelt, sondern entstehen
durch Apoptose. Die Erkrankung heilt nach einigen Wochen aus.
Die auslösende Noxe (ein Virus?) ist unbekannt.
Neben der überwiegenden follikulären Hyperplasie
sind die gemischten Hyperplasien die häufigsten Lymphknotenveränderungen.
Ein Musterbeispiel ist die Piringer'sche Lymphadenitis,
die durch Toxoplasmen hervorgerufen wird. Man findet nicht nur
eine follikuläre Hyperplasie, sondern auch eine Pulpaverbreiterung
durch Plasmazellhyperplasie, eine monozytoide B-Zell-Sinusreaktion,
kleinherdige Epitheloidzellknötchen und einen Übergriff
der Entzündung auf die Lymphknotenkapsel ("Kapsulitis").
Bei der Syphilis liegen eine follikuläre Hyperplasie und
eine Plasmazellhyperplasie des Parakortex vor.
Nach Ablauf einer reaktiven Hyperplasie bzw. Lymphadenitis
geht die Zellzahl auf das normale Maß zurück. Zum Teil
bleiben an den Lymphknoten regressive Veränderungen erhalten,
wie z.B. Vernarbungen in der Kapsel und im Gerüst (häufiger
Befund an Leistenlymphknoten älterer Menschen). Sinkt im
Zuge einer Involution (numerische Atrophie) die Anzahl
der Lymphozyten weiter ab, so wird der Raum im Lymphknoten von
Fettgewebe eingenommen (lipomatöse Substitution). Ablagerungen
von Stäuben oder Stoffwechselprodukten können jedoch
sehr lange in den Lymphknoten erhalten bleiben. Ansammlungen Kohlen-
bzw. Quarzstaub-speichernder Makrophagen entsprechen dem häufigen
Befund der Anthrakose bzw. Silikose. In gleicher Weise kann auch
Abriebmaterial von Prothesen (Metallstäube, Polyurethanpartikel
u.a.) oder Silikon in Lymphknoten abgelagert werden. Stoffwechselprodukte
können im Lymphknoten interstitiell (Amyloid, Bindegewebe)
oder in Makrophagen (Gallenpigment, Eisenpigment u.a.) abgelagert
werden. Zeroidspeicherung bewirkt die Bildung sogenannter "meerblauer"
Makrophagen.
Maligne Lymphome
Die Mehrzahl neoplastischer Lymphknotentumoren
sind Metastasen, und zwar ganz überwiegend Karzinommetastasen.
Nur ein kleiner Teil der Lymphknotenneoplasien stammt von Zellen
des lymphatischen Gewebes ab. Diese eigentlichen malignen Lymphome
gehen fast ausschließlich von Lymphozyten aus. Hiistiozytäre Tumoren
und Tumoren Antigen-präsentierender Zellen sind sehr selten.
Die malignen Lymphome sind eine sehr heterogene
Tumorgruppe, deren Unterschiede sich aus dem konventionell-histologischen
Bild nur teilweise erschließen. Schon im 19. Jahrhundert
hat man die Hodgkin-Lymphome von solchen Lymphomen unterschieden,
die wir heute als Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) bezeichnen.
Man unterscheidet den M. Hodgkin von den Non-Hodgkin-Lymphomen
(NHL).
Vereinfacht kann man sagen, daß beim M. Hodgkin
wenige Tumorzellen von zahllosen reaktiven, nicht-neoplastischen
Zellen umgeben sind und der Lymphknoten im Wesentlichen nicht
durch eine Masse von Tumorzellen zerstört wird, sondern durch
ein nicht-malignes Infiltrat vergrößert und umgebaut
wird. Bei den NHL liegen dagegen viele Tumorzellen und nur relativ
wenige reaktive Zellen vor. Die Tumorzellen verhalten sich direkt
infiltrativ und destruierend. Allerdings sind die früheren Vorstellungen
zur zellulären Herkunft der Tumorzellen im M. Hodgkin überholt,
die Tumorzellen stammen nämlich auch hier von lymphatischen
Zellen ab (siehe unten).
Die NHL kann man sodann in solche einteilen, die
viele große lymphatische Zellen (Blasten) und Mitosefiguren
aufweisen und solche mit wenigen Blasten und Mitosen. Dieser morphologische
Befund korreliert oft mit der Überlebenszeit ohne Therapie
und dadurch mit dem Verhalten:
Man unterscheidet hochmaligne (aggressive) von
niedrig malignen (indolenten) Lymphomen.
Maligne Lymphome betreffen die verschiedenen Altersklassen
ungleichmäßig und zeigen eine erhebliche soziogeographische
Variablität in ihrem Auftreten. So findet man bei Kindern
lymphoblastische, anaplastische großzellige und Burkitt-Lymphome,
bei älteren Erwachsenen dagegen eher NHL niedriger Malignität.
Beim Hodgkin-Lymphom ist eine bimodale (zweigipfelige) Altersverteilung
zu beobachten. Die geographische Variabilität hat oft etwas mit
infektiologischen und Hygiene-Parametern zu tun. So findet man
das Burkitt-Lymphom häufig in Malaria-Endemiegebieten in Afrika.
Der Mischtyp des M. Hodgkin ist in der Dritten Welt weitaus häufiger
anzutreffen als in westlichen Ländern, wo der nodulär-sklerosierende
Typ vorherrscht. Im östlichen Mittelmeerraum ist das mediterrane
abdominelle Lymphom endemisch. In Südafrika und unter der
schwarzen Bevölkerung der USA tritt das Plasmozytom vermehrt
auf. In Regionen wie Südjapan und der Karibik, in denen das HTLV-1
(Human T-Lymphotropic Virus) endemisch ist, findet man ein hochmalignes
Lymphom bzw. eine Leukämie (ATL, adult T-cell leukemia/lymphoma).
Atypische Lymphoproliferationen und maligne Lymphome sind auch
bei Individuen mit primärer oder erworbener Immundefiziez
häufiger anzutreffen.
Nachdem monoklonale Antikörper u.a. immunhistologische
Reagenzien, Gensonden usw. zur präzisen Immunphänotypisierung,
zur molekularen Analyse von Immunglobulin- und T-Zell-Rezeptor-Genumlagerungen
und zur Virusdiagnostik sowie zytogenetische Verfahren verfügbar
wurden, konnten in den letzten Jahren zahlreiche weitere, neue
Entitäten abgegrenzt werden, die sich auch hinsichtlich ihrer
Ansprechbarkeit auf Therapie voneinander unterscheiden.
Man unterscheidet Non-Hodgkin-Lymphome der B-
und der T-Zell-Reihe.
Man kann bei Non-Hodgkin-Lymphomen follikuläre
und diffuse Wachstumsmuster unterscheiden.
 
Bei eindeutig follikulär wachsenden
Lymphomen ist eine sichere Zuordnung zur B-Zell-Reihe schon aufgrund
ihres Wachstumsmusters möglich, da Keimzentrumszellen (Zentroblasten,
Zentrozyten) immer B-Zellen sind. Dies gilt auch für viele
Mantelzonen-Lymphome (früher: zentrozytische Lymphome). Für
die diffus wachsende Lymphome gilt dies jedoch nicht. So
sind z.B. lymphozytische Lymphome (chronische lymphatische Leukämie)
vom B- bzw. vom T-Zell-Typ allein konventionell-morphologisch
nicht voneinander zu unterscheiden. Hierzulande machen
die NHL der B-Zell-Reihe etwa 80 % der NHL aus, weniger als 20
% stammen von T-Lymphozyten ab. Etwa 50 % sind dabei B-NHL niedriger
Malignität, 30 % B-NHL hohen Malignitätsgrades und jeweils
10% hoch- bzw. niedrig maligne T-NHL.
Es gibt nodale und extranodale maligne Lymphome.
Etwa 40 % der malignen Lymphome entstehen nicht
in den Lymphknoten, sondern extranodal, z.B. im MALT. Durch die
Expression von "homing"-Antigenen bleiben die extranodalen
Lymphome z.T. über lange Zeit in ihrem Muttergewebe. Dies
ist besonders bei den Magenlymphomen bemerkenswert, die meist
auf dem Boden einer H. pylori-assoziierten chronischen Gastritis
(Typ B) entstehen. Erst spät, wenn weitere genetische Veränderungen
eingetreten sind, beginnen diese Lymphome zu generalisieren (siehe
unten). Ein anderes Beispiel für ausgeprägtes "homing"
sind die (sehr seltenen) Enteropathie-assoziierten T-Zell-Lymphome
des Dünndarms, die z.T. auf dem Boden einer Sprue entstehen:
die Tumorzellen bevölkern die Lamina epithelialis ebenso
wie die normalen intraepithelialen T-Lymphozyten, von denen sie
ihren Ausgang nehmen.
Maligne Lymphome entstehen dadurch, daß durch
genetische Aberrationen oder Virusinfektion die physiologische
Regulation der Proliferation und der Apoptose außer Kraft gesetzt
wird. Es entstehen klonale (also von einer einzelnen Zelle ausgehende)
Proliferate, die u.U. zunächst nur teilweise (dann brauchen
sie noch einen äußeren Stimulus) oder später gänzlich autonom
wachsen. In vielen malignen Lymphomen werden Eigenschaften des
entsprechenden physiologischen Differenzierungsstadiums der B-
und T-Zell-Differenzierung widergespiegelt. Dabei ist es wichtig,
sich die normale Differenzierung von Lymphozyten vor Augen zu
halten:
Lymphozyten zeigen eine zweiwellige Differenzierungs-
und Proliferationsphase.
Andere Zellreihen, z.B. die Myelopoese zeigen einen
einwellige Proliferation und Differenzierung: die von einer Stammzelle
abstammenden Zellen proliferieren und differenzieren zu einer
Effektorzelle. Ggf., wie im Falle von Makrophagen, sind noch weitere
Differenzierungsschritte möglich (z.B. Ausbildung von Epitheloid-
oder Riesenzellen). Die erste Differenzierungs- und Proliferationswelle
der Lymphozyten (B-Zellen: im Knochenmark, T-Zellen: im Thymus)
ist vom Rearrangement der Immunglobulin- bzw. T-Zell-Antigenrezeptor-Gene
begleitet. Es entstehen aus proliferierenden Vorläuferzellen
(Lymphoblasten). Ruhende, Antigen-kompetente Lymphozyten,
die im Körper zirkulieren und der natürlichen Selektion
durch Antigen unterliegen. Treffen diese Zellen auf "ihr"
Antigen, so beginnen sie zu proliferieren, es bilden sich Antigen-aktivierte
Lymphozyten (Immunoblasten). In diesem Schritt kann eine weitere
Differenzierung erfolgen (z.B. somatische Mutation von Immunglobulin-Genen
in der Keimzentrumsreaktion). Aus den Antigen aktivierten Zellen
entstehen Effektorzellen, z.B. Plasmazellen oder T-Helfer-Zellen,
zytotoxische T-ZelleN usw.
Zusammenfassung Lymphome:
- Die B-
und T-Zellen des lymphatischen Systems weisen vier Hauptdifferenzierungsformen
auf: - Vorläuferzellen - ruhende Antigen-kompetente Zellen -
Antigen-aktivierte Zellen - Effektor-Zellen
- Die malignen
Lymphome lassen sich einer dieser 4 Differenzierungsformen des
B- oder T-Zell-Systems zuordnen.
- Maligne
Lymphome, die von ruhenden, Antigen-kompetenten Zellen oder
von Effektorzellen ausgehen, sind von niedriger Malignität.
Maligne Lymphome, die von Vorläufer- oder Aktivierten Zellen
ausgehen, sind von hoher Malignität.
- Mehr als
99% primärer Neoplasien des lymphatischen Gewebes sind lymphatischer
Natur. Neoplasien, die von Makrophagen/Histiozyten u.a. akzessorischen
Zellen ausgehen, sind sehr selten.
Non-Hodgkin Lymphome der B-Zell-Reihe
folgt .....
Non-Hodgkin Lymphome der B-Zell-Reihe
folgt .....
Non-Hodgkin Lymphome der T-Zell-Reihe
folgt .....
Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin)
 
folgt .....
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