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Vorlesung:Granulomatöse
Entzündungen
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Lymphknoten bei Sarkoidose
Eine 43-jähriger Mann bemerkte zunehmende Luftnot
bei körperlicher Tätigkeit. Der hinzugezogene Arzt auskultiert
einen geringen Stridor und tastet mehrere vergrößerte
axilläre Lymphknoten. Die Röntgenaufnahme des Thorax
zeigt pulmohiläre, die großen Bronchien einengende
symmetrische Raumforderungen. Zur weiteren Klärung wird ein
gut zugänglicher, vergrößerter axillärer
Lymphknoten extirpiert.
  

Das histologische Bild zeigt einen durch unterschiedlich
große epitheloidzellige Granulome teilweise zerstörten
Lymphknoten. Die Epitheloidzellen liegen dicht gepackt in den
Granulomen, die keine zentralen Nekrosen aufweisen. In
mehreren Granulomen sind zusätzlich mehrkernige Riesenzellen
mit geordneter Kernlagerung ausgebildet. Die Kerne sind hufeisenförmig
bzw. kappenförmig in der Peripherie des Zytoplasmas angeordnet,
in einigen dieser Riesenzellen ist ein Asteroidkörperchen
erkennbar. Vereinzelte größere Granulome sind durch
schmale bindegewebige Septen untergliedert. In der Peripherie
ein Saum aus Lymphozyten und Makrophagen (hier im Lymphknoten
nur schwer abzugrenzen). Säurefeste Stäbchen (Ziehl-Neelsen-Färbung)
liegen nicht vor. Eine später zusätzlich durchgeführte
Bronchiallavage enthielt einige Verbände von Epitheloidzellen.
Es handelt sich um Granulome vom Sarkoidose-Typ.
Diese Granulome kommen bei verschiedenen Erkrankungen (M. Crohn,
primäre biliäre Zirrhose u.a.) vor und können auch
durch verschiedene exogene Noxen hervorgerufen werden. Im vorliegenden
Fall handelt es sich um eine u.a. bronchohiläre Lymphknotenbeteiligung
im Rahmen einer pulmonalen Sarkoidose.
Die Sarkoidose ist eine generalisierte, nicht verkäsende,
epitheloidzellige, oft riesenzellbildende Granulomatose unklarer
Ätiologie und Pathogenese, die fast alle Gewebe und Organsysteme
betreffen kann. Die Erkrankung verläuft meist asymptomatisch.
Frauen sind öfter betroffen als Männer, meist im dritten
bis fünften Lebensjahrzehnt. Die Inzidenz variiert, in den
skandinavischen Ländern tritt die Sarkoidose z.B. öfter
auf (Inzidenz in Deutschland 10:100.000, in Dänemark 64:100.000).
Am häufigsten sind die Lymphknoten befallen, danach die Lungen,
die Haut, die Augen und das Gehirn. Nach dem Erstbeschreiber der
kutanen Sarkoidose, Caesar Boeck (1900), wird die Erkankung auch
als M. Boeck bezeichnet. Schaumann beschrieb die Sarkoidose 1916
dann als Allgemeinerkrankung. F ür die Morbidität ist
hauptsächlich die Lungenbeteiligung verantwortlich, da sie
zu einer restriktiven Lungenschädigung führt, die in
eine interstitielle Lungenfibrose münden kann. Ein Teil der
Patienten zeigt Hautmanifestationen in Form eines Erythema nodosum
mit Bildung druckschmerzhafter, rötlicher subkutaner Knötchen,
die sich histologisch als Fettgewebsnekrosen, meist aber ohne
Granulome, darstellen. Kutane Sarkoidosegranulome können
sich unter dem Bild des Lupus pernio manifestieren. Häugfig
ist auch die Beteiligung der Augen und der Augenadnexe. Bei Sarkoidosevedacht
sollte daher der ophthalmologische Befund erhoben werden: Granulome
werden oft an den Bindehäuten gefunden und sind dort einer
Biopsie leicht zugänglich. Eine Beteiligung der Aderhaut
kann zu bleibenden Sehstörungen führen. Die Beteiligung
des peripheren Nervensystems, aber auch von Hirnnerven, des ZNS
und der Meningen kann sich in neurologischen Symptomen äußern.
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