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Eitrige Entzündung:
Ulcerophlegmonöse Appendizitis
Ein 12-jähriger Junge erkrankt mit Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Erbrechen und zunehmneden Schmerzen im rechten Unterbauch.
Bei Klinikeinweisung wird eine starke Leukocytose gefunden. Die
Appendektomie fördert einen düsterroten, serosaseitig
fibrinös belegten Wurmfortsatz zutage.
 
Im Schnittpräparat Anteile der längs eingebetteten
und in Spitzennähe narbig obliterierten Appendixspitze sowie ein
Querschnitte. Unterhalb der vernarbten Spitze wird das Lumen durch
eitrige Massen ausgefüllt, die Schleimhaut ist großflächig
ulceriert, der Ulcusgrund in tieferen Schleimhautanteilen gelegen.
Diffuse granulozytäre Infiltrate durchsetzen die gesamte Appendixwand
und erreichen das subseröse, hier stark ödematös aufgequollene
Gewebe. In der Subserosa Übergriff des Infiltrats auf kleinere
Blutgefäße. Serosaseitig Anlagerung fibrinösen, z.T. schon fibrinös-eitrigen
Exsudats. In dem Querschnitt gleichartige Veränderungen, hier
sind noch herdförmig Reste der originären Schleimhaut erhalten.
In den tieferen Schleimhautanteilen findet man durch Fettgewebe
substituiertes Narbengewebe.
Es handelt sich um eine ulcerophlegmonös rezidivierte,
vernarbende Appendicitis. Pathogenetisch sind Entleerungsstörungen,
wie eine Koprostase, Fremdkörper (z.B. Kirschkerne), narbige
Stenosen, Hyperplasien des lymphatischen Gewebes usw., aber auch
Darmparasiten wie Oxyuren wesentlich. Lokale Defekte des Saumepithels
(Erosionen) bilden dann die Eintrittspforte für pathogene
Keime der Darmflora. Bei entsprechendem Verhältnis von Virulenz
und Abwehrlage können die Keime das Schleimhautstroma besiedeln
und eine phlegmonöse bzw. ulcero-phlegmonöse Entzündung
verursachen. Wenn die Entzündung sich transmural auf die
Serosa ausdehnt, entsteht eine fibrinöse, danach fibrinös-eitrige
Peritonitis. Herdförmige Einschmelzungen führen zu einer
abszedierenden Entzündung, die, bei geeigneter Größe
und Konfluenz der Herde, perforieren kann. Die eitrige Entzündung
kann sich bei entsprechender Lage des Wurmfortsatzes unter Bildung
eines perityphlitischen Abszesses abkapseln.Der Übergriff der
Entzündung auf mesenterioläre und seröse Blutgefäße kann eine
Thrombophlebitis und, bei hämatogener Streuung, Leberabszesse
zur Folge haben.
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