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Belebte Noxen: Aspergillus-Pneumonie (HE, PAS)
Sektionsfall eines 44 Jahre alt gewordenen, vorwiegend
unter den Zeichen einer respiratorischen Insuffizienz gestorbenen
Patienten mit rezidivierter akuter myeloischer Leukämie nach
Knochenmarktransplantation. Die Lungen waren schwer, flüssigkeitsreich
und diffus verfestigt, wobei sich das Gewebe auf Pinzettendruck
nicht mehr als elastisch, sondern als brüchig erwies.
  
Das
vorliegende Schnittpräparat zeigt Lungengewebe, das
- bei Lupenvergrößerung gut erkennbar - in allen Alveolen
ein unterschiedlich dichtes protein- und zellreiches Exsudat enthält.
In einigen Läppchen ist das Exsudat und der Fibrinfilz noch locker,
in unmittelbar benachbarten Läppchen dagegen stark verdichtet
und granulozytenreich. Zumeist sind die Alveolarsepten gut erkennbar
und die Kapillaren stark blutgestaut. An einigen Stellen jedoch
ist das Alveolargerüst völlig zerstört, es sind kleine Nekrosen
entstanden. Innerhalb dieser Herde findet man ausgedehnte Pilzmyzelien
aus relativ plump, dichotom verzweigten Fäden. Das Ausmaß der
Pilzbesiedlung wird in der PAS-Färbung noch besser erkennbar.
Auf Grund ihres hohen Gehalts an Glykokonjugaten reagieren die
Pilzelemente stark PAS-positiv.
Es handelt sich um eine schwere, frischere Lobulärpneumonie
vom Typ der Bronchopneumonie aufgrund bakterieller Infektion (mikrobioloisch
gesichert) und gleichzeitiger massiver Besiedlung der Lunge durch
Aspergillus fumigatus (kulturell bestimmt). Derartige invasive
Pilzinfekte werden bei Immunsupprimierten, z.B. nach Chemotherapie
einer Leukämie oder bei erworbenem Immunschwächersyndrom,
beobachtet. Bei partiell erhaltener Immunabwehr können sich
kavitäre Aspergillome (Pilzbälle), z. B. in den Nasennebenhöhlen
oder Bronchien, entwickeln. Aspergillus-Arten sind wie alle Schimmelpilze
ubiquitär verbreitet und stellen Erreger opportunistischer
Infektionen dar. Große Bedeutung haben Aspergillen auch
als Allergene und Bestandteile des Hausstaubs sowie als Mykotoxin-Bildner.
Hier sind insbesondere Aflatoxine aus Aspergillus flavus-besiedelten
Getreiden, Nüssen usw. zu nennen. Aflatoxine zählen
zu den stärksten bekannten Hepatokarzinogenen.
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