Belebte Noxen/Toxine: Milz bei atypischer Mykobakteriose

Sektionsfall eines AIDS-Patienten, der in der respiratorischen Insuffizienz bei Pneumonie starb. Neben dem todesursächlichen Lungenbefunden fallen zahlreiche weiss-gelbliche Lymphknoten auf. Gleichartige Herde finden sich in der Milz.

Mykobakteriose

Die Milz zeigt eine Stauung der roten und eine fehlende follikuläre Gliederung der weißen Pulpa. Das schwärzliche Pigment in der roten Pulpa ist durch die Fixierung bedingt. Es handelt sich um Formalinpigment. Herdförmig findet man innerhalb der roten Pulpa wenige zelldichte Areale mit Nachweis großleibiger, z.T. länglicher Zellen, die wie im vorherigen Präparat zahllose, in der vorliegenden Färbung rötliche, säurefeste Bakterien aufweisen.

Wiederum handelt es sich um eine atypische Mykobakteriose, hier mit Manifestationen der Milz. Die weiße Pulpa ist auf Grund der fortgeschrittenen Immunschwächeerkrankung atrophisch. Die Bildung einer normalen Keimzentrumsreaktion kommt nicht mehr zustande, da diese ebenso wie der Aufbau einer epitheloidzellig-granulomatösen Reaktion T-Zell-Hilfe erfordert und darüberhinaus die follikulären dendritischen Zellen, die wesentliche Strukturbestandteile aller lymphatischen Folliel darstellen, durch die HIV-Infektion geschädigt sind.

Kommentare sind geschlossen.