Niere bei Diabetes mellitus

Obduktionsfall einer 72-jährigen Frau mit langjährig bekanntem Diabetes mellitus Typ II und vorhergegangener einseitiger Unterschenkelamputation. Die großen arteteriellen Blutgefäße einschließlich der Nierenarterien zeigen eine schwere ulzeröse Atherosklerose mit Verkalkungen. Die Nieren sind von etwas festerer Konsistenz, wiegen jeweils etwa 80 g und zeigen eine feingranuläre Zeichnung der Oberfläche. Die Nierenrinde ist verschmälert

Diabetische Glomerulosklerose: Glomerulus
Glomerulus mit nodulärer Glomerulosklerose
Noduläre diabetische Glomerulosklerose

Lichtmikroskopisch findet man zahlreiche kline Rindennarben und, insbesondere an der Mark-Rinden-Grenze, prominente Arteriolen mit verdickter Wand. Eine diffuse Verdickung und Hyalinose (HE-Färbung) durch Einlagerung PAS-positiven Materials betrifft auch die Basalmembranen der kleinen Gefäße einschließlich der glomerulären Kapillarschlingen. Einige Schlingen enthalten knotige PAS-positive Ablagerungen, die zellarm, aber nicht zellfrei sind. Die tubulären Basalmembranen sind gleichfalls verbreitert. Im Interstitium immer wieder fleckförmig akzentuierte leukozytäre Infiltrate, vorwiegend aus Lymphozyten und Plasmazellen.

Es handelt sich um charakteristische Nierenveränderungen bei Diabetes mellitus. Die Glomerulosklerose ist diffus und, allerdings nur in einem kleinen Teil der Fälle diabetischer Nephropathie nachweisbar, in einzelnen Schlingen auch nodulär. Diese noduläre Form wurde von Kimmelstiel und Wilson 1936 erstmals beschrieben. Die Ablagerungen bestehen aus extrazellulärer Matrix, insbesondere aus Kollagen Typ IV, Kollagen Typ V, Laminin und Fibronektin. Aufgrund des hohen Glykosylierungsgrades dieser EZM-Proteine reagieren die Depots PAS-positiv. Die übrigen Befunde (Arteriolosklerose, verdickte tubuläre Basalmembran, chronische interstitelle Nephritis) sind gleichfalls bei Diabetikern oft zu finden. Glykogenreiche (= helle) Tubulusepithelien (Armanni-Ebstein-Zellen) werden aufgrund der Tatsache, daß fast alle Diabetiker therapiert werden, nur noch sehr selten beobachtet. Aufgrund der bei schlechter Einstellung des Blutzuckers transienten Glukosurie werden aszendierende Infektionen begünstigt. Eine akute Pyelonephritisch bzw. Restzustände nach Pyelonephritis können das Bild der diabetischen Nephropathie komplizieren.

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