Hämorrhagische Nekrose: Dünndarminfarkt

73-jährige Frau mit vier Monate zurückliegender Sigmaresektion wegen einer perforierten Divertikulitis. Jetzt plötzlich aufgetretene starke Leibschmerzen, im weiteren Verlauf Entwicklung eines akuten Abdomens. Bei der notfallmäßigen Laparotomie findet man eine dunkelrot-livide verfärbte Dünndarmschlinge, die reseziert wird. Die Oberfläche ist matt, es findet sich ein teils noch abwischbarer dünner Belag aus Blut und Fibrin. Als Ursache der Ischämie wird ein Bridenstrang identifiziert und beseitigt

Ischämische Enteropathie

Der histologische Schnitt durch die Darmwand aus dem dunkel verfärbten Areal zeigt eine Nekrose der inneren Schleimhautschichten mit weitgehendem Verlust des Saum- und Kryptepithels entlang der Basalmembran. An nur wenigen Stellen haben sich kleinere Epithelgruppen an den Kryptenbasen erhalten. Die Lamina propria ist ödematös geschwollen und diffus leukozytär infiltriert, das Zottenrelief ist aber noch gut erkennbar. Die Blutgefäße der Submucosa und tieferen Darmwandschichten sind prall gestaut. Die Wandmuskulatur ist noch weeitgehend vital und ohne Kontinuitätstrennung. Serosaseitig ein dünner Belag aus Blut und Fibrin.

Es handelt sich um eine hämorrhagische Nekrose der inneren Darmwandschichten infolge einer Strangulation einer Darmschlinge durch Verwachsungsstränge nach vorausgegangener Bauchoperation. Eine Kompression mesenterialer Blutgefäße wirkt sich zuerst auf die dünnwandigen Venen aus. Der Blutstrom wird unterbrochen, es kommt zur Gewebsischämie durch Stase. Die Ektasie der Gefäße wird durch den noch bestehenden arteriellen Zufluß verstärkt. Es liegt daher eine hämorrhagische Infarzierung der Darmschlinge vor.

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