Hyperplasie: Benigne Prostatahyperplasie

Ein 62-jähriger, sorgfältig gekleideter Patient betritt den Raum. Die schwarzen Schuhe weisen einzelne Tropfen eingetrockneter salziger Flüssigkeit auf. Der Patient klagt über Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Die rektale Untersuchung ergibt eine deutlich vergrößerte Vorsteherdrüse von harter Konsistenz mit kleinhöckeriger Oberfläche. Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) im Serum ist erhöht. Stanzbiopsien erbringen den Nachweis eines Adenokarzinoms. Die Schnellschnittuntersuchung ergibt keinen Anhalt für iliakale Lymphknotenmetastasen. Die Therapie besteht in der retropubischen Prostatektomie.

Prostataenukleat
Prostatahyperplasie
Prostatahyperplasie

Das vorliegende Präparat zeigt ein Segment eines Großflächenschnitts aus den vom Karzinom nicht betroffenen Anteilen der Prostata. Die Drüsen sind unterschiedlich weit, das Innenrelief stark aufgefältelt, die Auskleidung der Drüsen besteht aus einem hochprismatischen Zylinderpeithel mit einer basalen Zellschicht. Einzelne Drüsen sind atroph, das Epithel ist hier ausgedünnt. Die Übersichtsvergrößerung zeigt einen baumähnlichen Aufbau der Drüsenkomplexe mit organoider Beziehung zum fibromuskulären Stroma. Im Stroma vereinzelte umschriebene, zellreiche Areale (sog. Stromaknötchen). In der Umgebung einiger Drüsen leukozytäre Infiltrate, in den Lichtungen immer wieder eingedicktes Sekret mit Ausbildung konzentrisch geschichteter, mitunter sogar verkalkter Corpora amylacea.

Myofibroblasten
Prostatayperplasie

Am Schnittpräparat ist eine überwiegende glanduläre Hyperplasie der Prostata, entsprechend einer benignen Prostathyperplasie (BPH) zu diagnostizieren. Ursache ist eine hormonelle Dysregulation bzw. eine verändertes Ansprechen der Zellen auf Androgene.

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