Schilddrüse bei Morbus Basedow

Eine 45-jährige Patientin bemerkt seine seit vier Monaten zunehmende Unruhe, verstärkte Neigung zur Transpiration, Schlaflosigkeit und Haarausfall. Der Gewichtsverlust in dieser Zeit beträgt 4 kg. Die körperliche Untersuchung ergibt einen Exophthalmus beidseits, eine Tachykardie von 120/ min und eine mäßige, symmetrische Struma ohne tastbare Knoten (= Merseburger Trias). Unter den Laborbefunden: supprimiertes TSH bei erhöhten FT4- und FT3-Werten, Nachweis von Autoantikörpern (anti-mitochondrial [MAK], anti-Thyreozyten [TAK] und anti-TSH-Rezeptor [TRAK]).

Die Strumektomiepräparate (links 20 g, rechts 32 g) zeigen bräunliches, kolloidarmes Schilddrüsengewebe ohne Herdbefunde mit Anteilen der Organkapsel.

Morbus Basedow
Morbus Basedow

Histologisch findet sich diffus vergrößertes Schilddrüsengewebe mit vorwiegend kleinfollikulärem Aufbau. Das Follikelepithel ist kubisch, die Kerne sind gering formvariant und hyperchromatisch, vereinzelt sieht man auch leicht vergrößerten Nukleolen, aber keine Kernüberlappung und keinen nukleären Milchglasaspekt. Das Kolloid ist meist schwach gefärbt, in vielen Follikeln finden sich sog. Resorptionsvakuolen. Im Interstitium stellenweise kleinere Ansammlungen von Lymphozyten, selten mit Ausbildung von Keimzentren.

Es handelt sich um einen Fall von M. Basedow (englisch: Graves’ disease), einer Autoimmunerkrankung, der u.a. die Bildung von spezifischen, jedoch nicht zytotoxischen Autoantikörpern gegen den TSH-Rezeptor mit konsekutiver Stimulation zugrundeliegt.

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