Ossäre Metaplasie: Myositis ossificans

Myositis ossificans

Eine 37-jährige Frau stellt sich mit einem schmerzhaftem Knoten in der Oberschenkel-Adduktorenmuskulatur vor. Der Knoten hatte rasch an Größe zugenommen. Aufgrund klinischer und radiologischer Befunde wurde der Verdacht auf einen malignen Tumor geäußert. Zur intraoperativen Schnellschnitt-Untersuchung gelangte ein repräsentativer Anteil des Knotens. Aufgrund der Diagnose wurde auf eine verstümmelnde Kompartiment-Resektion verzichtet und eine einfache Exzision durchgeführt.

Makroskopisch sieht man am Exzidat einen innerhalb der Sklelettmuskulatur gelegenen, im Zentrum grau-weißen Knoten von zentral weicher Konsistenz, jedoch mit knochenharten Anteilen in seiner Peripherie.

Myositis ossificans
Myositis ossificans

Histologisch zeigt das Gewebe eine Zonierung: zentral ein fibrovaskuläres Gewebe mit vereinzelten Mistosefiguren, nach außen anschließend eine Zone aktiver Osteoidbildung mit Knorpelinseln und weiter peripher eine Zone gut differenzierten lamellären Knochens.

Es handelt sich um eine Myositis ossificans. Diese Läsion ist in späteren (reiferen) Stadien durch eine össäre (= knöcherne), herförmig auch chondroide (= knorpelige) Metaplasie des Bindegwebes gekennzeichnet. Die Ursache ist unklar.

Ossäre Metaplasien treten oft in bradytrophen Geweben (Gelenkkapselgewebe, Narbengewebe etc.) auf. In metaplastischem Knochen können sich Knochenmarksstammzellen ansiedeln und blutbildendes Mark ausbilden.

Kommentare sind geschlossen.