Involution – Thymus eines Erwachsenen

Involution

Das Präparat stammt von einem Erwachsenen, der wegen eines medullären Schilddrüsenkarzinoms operiert wurde. Bei der mediastinalen Lymphkotenausräumung wurde das im vorderen Mediastinum gelegene Fettgewebe entfernt.

Makroskopisch handelte es sich um zerklüftete gelbliche Fettgewebsfragmente mit frischen Hämorrhagien. Organstrukturen sind nicht erkennbar.

Histologisch zeigt sich innerhalb von reifem, also von univakuolären Adipozyten gebildetes Fett mit kleinen Inseln lymphatischen Gewebes, in dem schon bei geringer Vergrößerung Hassall’schen Körperchen auffallen.

Es handelt sich um altersentsprechendes Thymusgewebe eines Erwachsenen, das durch Involution (numerische Atrophie) reduziert wurde. Die Rinde ist relativ stärker betroffen. Durch lipomatöse Substitution entsteht der sog. Thymusfettkörper.

Diese Involution ist physiologisch. Nur eine vorzeitige, akzidentelle Involution oder Thymuspersistenz sind als pathologisch zu werten. Beim Di-George-Syndrom fehlt der Thymus. Die Kinder leiden an einem schweren Immundefekt, bei dem sich nur wenige reife T-Lymphozyten in der Zirkulation und den lymphatischen Organen befinden. Die Hyperplasie des Thymus bei Erwachsenen zeigt oft das Bild einer lymphofollikulären Hyperplasie, bei der Sekundärfollikel auftreten, die B-Lymphozyten-Areale enthalten. Derartige Hyperplasien finden sich oft bei Myasthenia gravis.

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