Hypertrophie des Myokards

43-jähriger Patient stirbt an einem Hirntumor. Aus der Anamnese ist eine Belastungsdyspnoe bekannt. Im EKG findet man eine ST-Senkung in den Ableitungen V1 bis V5 bei hohem Sokolow-Lyon-Index mit tiefem S in V1/V2 und hohem R in V5/V6 als elektrophysiologischem Korrelat einer chronischen koronaren Insuffizienz.

Hypertrophie

Makroskopisch kommt ein großes, mit 580 g bei einem Körpergewicht von 82 kg zu schweres Gewicht zur Darstellung. Die Anschnitte der linksventrikulären Vorderwand (Ausstrombahn) sind mit 2,2 cm erheblich verbreitert (normal bis 1,2 cm), desgleichen die rechtsventrikuläre Ausstrombahn mit 0,8 cm (normal 0,3 bis 0,5 cm), Das Herz ist nur gering dilatiert, die Herzspitze ist nur leicht abgerundet. Auf den Flachschnitten durch die linksventrikuläre Vorderwand und das Septum interventrikulare sieht man eine feinnetzige, an unmschriebener Stelle akzentuierte, weißliche Zeichnung.

Histologisch findet man die perivaskulären bindegebigen Areale verbreitert und in Konfluenz mit kleinere Narbenfelder. In deren Umgebung einzelne Herzmuskelzellen mit Vergrößerung des Zelldurchmessers (perinukleär zu messen). Im Vergleich zu normalem Mykoard sind die Zellen größer, es kommen bei gleicher Vergrößerung weniger Myozytenanschnitte zur Darstellung als im vorherigen Präparat, die relative Anzahl der Kerne ist geringer. Die Zellen enthalten mehr Myofibrillen mit erhaltener Querstreifung. Die Mitochondrien sind vermehrt.

Es liegt damit eine kompensatorische Hypertrophie der Restmuskulatur insbesondere in der Umgebung der durch unzureichende Sauerstoffversorgung entstandenen Muskelausfälle vor.

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