Plattenepithelmetaplasie von Bronchialschleimhaut

Bei einem 48-jährigen Mann mit anamnestischen bekanntem Nikotinabusus (“Fumatorium”) wird radiologisch und durch Feinnadelpunktion auch histologisch ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom im TNM-Stadium T1 diagnostiziert. Die Therapie besteht in einer Pneumonektomie. Im Zuge der histologischen Ausbreitungsdiagnostik wird an dem Operationspräparat auch der Hauptbronchus untersucht. Hiervon stammt der vorliegende Schnitt.

Bronchialschleimhaut
Bronchialschleimhaut
Bronchialschleimhaut

Histologisch sieht man ortständiges mehrreihiges respiratorisches Epithel (= Flimmerepithel), das in nur noch kleineren Inseln erhalten ist. Über größere Flächen ist das respiratorische Epithel durch nicht verhornendes Plattenepithel ersetzt. Dieses zeigt eine weitgehend erhaltener Schichtung bei nur geringer Kernformvarianz im unteren Schichtdrittel.

Normale Bronchialschleimhaut
Bronchialschleimhaut

Subepithelial findet man in der Lamina propria ein mäßig dichtes leukozytäres Infiltrat, überwiegend aus Lymphozyten und Plasmazellen, sowie einzelne ortsständige Glandulae bronchiales, die offenbar nicht nur seröse Flüssigkeit, sonderen z.T. auch Schleim produzieren. In einzelnen Drüsenkomplexen Lymphozyten-Aggregate, mitunter auch mit Follikelbildung.

Es handelt sich um eine chronische Bronchitis mit Plattenepithelmetaplasie und muzinöser Metaplasie in den Gll. bronchiales. Die Plattenepithelmetaplasie ist Ausdruck einer Anpasssung an verändete Umgebungsbedingungen, die eine aufgrund chronischer mechanischer (z.B. Reibe- und Druckpunkte von Trachealkanülen) bzw. chemischer (Zigarettenrauch) Irritation eine veränderte Oberfläche erfordern. Dieses geht zu Lasten der originären Funktion des Flimmerepithels, nämlich dem Partikeltransport, der in den Arealen plattenepithelialer Metaplasie naturgemäß nicht mehr stattfinden kann. In den Drüsen findet man ebenfalls eine Umdifferenzierung seröser in muzinöse Drüsenkomplexe, die sich im Zuge der chronischen Bronchitis einstellt und u.a. eine veränderte Viskosität des Bronchialschleims zur Folge hat.

Kommentare sind geschlossen.